Psychotherapie und Beratung für hochsensible Personen
Meine Praxis ist spezialisiert auf Hochsensibilität und die Psychotherapie mit hochsensiblen Menschen (HSP).
S. Stark (2025). Interview-Ausschnitt in: Psychologie Heute. Verlagsgruppe Beltz. Sensibler als Ihr. Hochsensibilität als Stärke? Neue Forschung zeigt Potenzial.
S. Stark (2022). In: Psylife. Deutscher Psychologen Verlag. Was hochsensible Menschen in der Psychotherapiepraxis brauchen.
S. Stark (2020). In: Zart Besaitet - die Seite für Hochsensible Menschen. Psychotherapie für Hochsensible.
Erscheint 2026, Vorbestellungen ab sofort möglich: Inspirationskarten für einen liebevollen und fürsorglichen Umgang mit meiner Hochsensibilität, eine Sammlung bewährter Übungen und Anregungen aus meiner psychotherapeutischen Praxis.
Nach aktuellem Stand der Wissenschaft wird Hochsensibilität (auch Hochsensitivität, erhöhte Neurosensitivität, im Englischen: Sensory Processing Sensitivity SPS) als eigenständiges Persönlichkeitsmerkmal begriffen: nicht als Störung oder Erkrankung, sondern als neurobiologisch begründete erhöhte Fähigkeit, interne Reize (z. B. eigene Gefühle und körperliche Empfindungen) und externe Reize (z. B. Geräusche, Gerüche, Gefühle Anderer) wahrzunehmen und zu verarbeiten.
Entsprechend eines Kontinuums verfügen wir Menschen alle in geringerem oder stärkerem Ausmaß über diese Sensitivität.
Man geht davon aus, dass 31 % der Allgemeinbevölkerung hochsensible Menschen sind, 40 % mittel- und 29% niedrigsensibel (Lionetti et al 2018).
E. Aron (2012) fasst die Merkmale hochsensibler Personen folgendermaßen zusammen:
D - Depth of Processing (Verarbeitungstiefe: gründlichere Informationsverarbeitung und intensivere Reflexion)
O - Overstimulation (Überreizung: durch die Verarbeitungstiefe kann es zu schnellerer Überreizung kommen)
E - Emotional Reactivity/Empathy (Emotionale Reaktivität/Empathie: starke Reaktion auf emotionale Reize und hohe Empathie)
S - Sensitivity to Subtle Stimuli (Sensibilität für subtile Reize: hohe Detailwahrnehmung)
Smolewska, McCabe & Woody (2006) reichern die Beschreibung wie folgt an:
EOE (Ease of Excitation: leichte Erregbarkeit und schnelle Überreizung durch emotionale oder sensorische Reize)
AES (Aesthetic Sensitivity: ästhetische Empfindsamkeit und hohe Empfänglichkeit für Schönheit, Kunst, Natur)
LST (Low Sensory Threshold: niedrige Wahrnehmungsschwelle, hohe Empfindlichkeit gegenüber äußeren Reizen wie Lärm)
Hochsensible Menschen reagieren anfälliger auf ihre Umwelt, im positiven wie im negativen Sinne (Differential Susceptibility: Greven et al., 2019): Sie verarbeiten positive Erlebnisse intensiver, Wertschätzung und Schönheit u. a. resonieren stark und sie profitieren außergewöhnlich stark von Unterstützung und Förderung wie bspw. Zuwendung, Therapie, gutem Arbeitsklima, positiven Anregungen und Informationen (Vantage Sensitivity), sie reagieren aber auch anfälliger auf negative Umweltbedingungen und Erfahrungen (Diathese Stress Modell) wie bspw. negative Life Events, negative soziale Erfahrungen oder mangelnde elterliche Fürsorge in der Kindheit (z. B. Liss et al., 2005).
Daher kann sich Hochsensitivität negativ auf die Lebensqualität auswirken und Schwankungen im Wohlbefinden, in der Alltagsbewältigung und der Gesundheit begünstigen (Costa-López et al., 2021). Hochsensitivität an sich macht nicht krank, kann aber sekundäre Symptome bzw. die Entwicklung von psychischen Erkrankungen begünstigen.
Nach aktuellem Stand der Wissenschaft ist Hochsensibilität als Persönlichkeitsmerkmal nicht zu verwechseln mit Senstivität als klinisches Symptom, das bei verschiedenen psychischen Erkrankungen eine Rolle spielt wie bspw. Autismus Spektrum Störungen (Hyper-/Hyporeagibilität als formales DSM-Diagnosekriterium), PTBS/Trauma (Hypervigilanz und erhöhte sensorische Senstivität nach Trauma) (Acevedo et al., 2018), ADHS (Reizoffenheit, Ablenkbarkeit), ängstlich-vermeidende Persönlichkeitsstörung (Überempfindlichkeit gegenüber Kritik und Ablehnung als DSM-Kriterium).
Die Psychotherapie und Selbsterfahrung für hochsensible Personen in meiner Praxis richtet sich an Personen, die
- mit akuten oder chronischen Belastungen zu kämpfen haben,
- im Sinne der Prävention vorsorgen und sich stärken möchten,
- einen achtsamen, geschützten und wertschätzenden Raum nur für sich selbst suchen, um sich selbst besser kennen- und verstehen zu lernen,
- seelische Verletzungen versorgen oder frühere Invalidierungen bearbeiten und überwinden wollen,
- ihre Hochsensibilität mehr als Ressource im Alltag einsetzen und als Stärke nutzen möchten,
- ihren Handlungsradius erweitern oder ihre Teilhabe am Alltag (zurück-) erlangen wollen,
- Ihre Bedürfnisse und Grenzen kennen- und regulieren lernen wollen,
- sich Begleitung im Umgang mit schwierigen Emotionen wünschen,
- Unterstützung bei einer (Neu-) Ausrichtung ihres Lebens wünschen,
- (nur Gruppensetting): sich mit Gleichgesinnten, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben, austauschen und sich als Teil einer wertschätzenden, verständnisvollen Gruppe fühlen möchten.
Typische Therapiebausteine in der Psychotherapie mit hochsensiblen Personen in meiner Praxis sind:
- Abklärung von Hochsensibilität
- Differenzialdiagnostische Abklärung
- Problemanalyse und Zielklärung
- Wissensvermittlung inklusive individuelles bio-psycho-soziales Erklärungsmodell
- Gestaltung einer feinfühligen therapeutischen Arbeitsbeziehung
- Behandlung von ursächlichen oder Folgeerkrankungen nach aktuellen wissenschaftlichen Standards
- Achtsamkeitstraining
- Selbstbeobachtung
- Stärken der Selbstwahrnehmung inklusive eigener Emotionen, Bedürfnisse und Grenzen
- Aufbau oder Wiedergewinnung des Vertrauens in die eigene Wahrnehmung
- Selbstfürsorge
- Stärkung des Selbstwertes
- (Wieder-)Erlernen von Abgrenzungsfähigkeit
- Umgang mit hoher Empathiefähigkeit
- Stressmanagement inklusive Erkennen von Frühwarnsignalen
- Entspannungsfähigkeit
- Verarbeiten von belastenden Erlebnissen und schmerzlichen zwischenmenschlichen Erfahrungen in der Biografie
- Akzeptanz der Hochsensibilität, Selbstakzeptanz
- (Neu-) Orientierung des Lebens an eigenen Bedürfnissen, Werten und Stärken
- Ressourcenaufbau und -stärkung
- Erlernen oder Erweitern sozialer Kompetenzen
- Praktischer Umgang mit Hochsensibilität im Alltag (z. B. Beruf, soziale Beziehungen)
- Erlernen neuer Verhaltensweisen, Abbau von Ängsten, Erweitern des Handlungsradius
- Umsetzung gewünschter Veränderungen
Selbsttests zur ersten Orientierung gibt es auf sensitivityresearch oder auf der Seite der Heiligenfeld Kliniken. Eine differenziertere Auswertung Ihres Hochsensibilitätsprofils bietet die deutsche Fassung zum Sensory Processing Sensitivity Questionnaire (SPSQ).
HSP profitieren vom Austausch unter Gleichgesinnten, daher möchte ich hier auch auf HSP-Netzwerke hinweisen.